Bildinformation in der Forel Klinik Zürich
Man betritt das Gebäude durch klare Linien und sichtbaren Beton – und findet sich zugleich in einem Dialog mit der Natur wieder. Die Kunstinstallation in der Forel Klinik Zürich vereint zeitgenössische Positionen, die von der Natur erzählen: kritisch, poetisch, persönlich. Sie lädt ein, gesellschaftlich relevante Fragen zu stellen und zugleich emotionale Anknüpfungspunkte zu entdecken.
Die Auswahl der Werke orientiert sich an den Besonderheiten des Ortes, insbesondere an der urbanen Prägung der Klinik Zürich im ehemaligen Industriequartier. Das Gebäude mit seiner strengen Geometrie und dem langen, schmalen Durchgang, den Türen rhythmisieren, wird selbst Teil der Erzählung. Aus dieser Architektur erwächst die Idee eines thematisch verbundenen Raumkontinuums, in dem Kunst und Raum zu einer gemeinsamen Erfahrung verschmelzen.

Annelies Štrba
- Yama, 2021
- Serigrafie
- Auflage: 35
- Bildgrösse: 67,00 x 34,00 cm
- Blattgrösse: 72,00 x 39,00 cm
- Produktion: Lorenz Boegli, Müntschemier
Annelies Štrbas Arbeiten basieren auf Werkreihen rund um ihre Familie und die Natur, denen stets mehrere fiktiv anmutende Metaebenen zugrunde liegen. Es sind Kreationen fantastischer Welten, die der Realität entnommen und durch geschickte Kombinationen verfremdet werden.
Das Wort Yama bedeutet im Japanischen „Berg“. Wir sehen eine schwer erkennbare Landschaft – einen Teil eines Gebirgskomplexes mit Bäumen, Gräsern und einer nicht näher bestimmbaren Weite in tiefgrüner Farbe. Es gibt zahlreiche kleine, farbige Details zu entdecken, doch deren Wahrnehmung und Deutung bleibt der betrachtenden Person überlassen. Ebenso ist unklar, ob es sich um eine Landschaft in der Schweiz oder womöglich im Fernen Osten handelt.
Der Siebdruck in sechs Farben, der beim Meisterdrucker Lorenz Boegli produziert wurde, offenbart einen satten Farbauftrag. Dieser erinnert in seiner farblichen Haptik beinahe an einen Holzschnitt, bevor man bei genauerem Hinsehen das Raster entdeckt. Die Assoziation des ungewöhnlichen Formats mit fernöstlichen Rollbildern liegt nahe – ebenso wie durch den Titel Yama. Die Idee, das Foto als Siebdruck umzusetzen, entstand aus der Tatsache, dass die Verfremdung des Bildes fast pixelartig wirkt, was sich mit einem Siebdruckraster spannend übersetzen lässt. Die malerischen Komponenten des Fotos sind dabei unübersehbar – und gerade hier zeigt sich das faszinierende Zusammenspiel von Fotografie, Malerei, Zeichnung und Druckgrafik.
Annelies Štrba erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 2020 den Willy-Reber-Kunstpreis. Ihre jüngsten institutionellen Einzelausstellungen fanden in der Fotostiftung Schweiz in Winterthur (2023), im Musée des Beaux-Arts La Chaux-de-Fonds (2021) sowie im Kunstmuseum Chur (2021) statt. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen internationalen Sammlungen, unter anderem im Centre Pompidou in Paris, in der Scottish National Gallery of Art in Edinburgh und in der Hamburger Kunsthalle.

Sonja Maria Schobinger
- Stillleben mit Krug 2016, 2018
- Inkjetdruck auf Hahnemühle Photo Rag 500
- Auflage: 40
- Grösse: 55,20 x 74,70 cm
- Produktion: Pascale Brügger, Münchenstein
Elemente der Natur dienen Sonja Maria Schobinger als physische Substanz und geistige Inspirationsquelle, um ihren Gedanken einen sinnlich erfahrbaren, nahezu metaphysischen Ausdruck zu verleihen. Dabei geht es ihr nicht allein um die ästhetische Darstellung natürlicher Formen, sondern vielmehr um die Sichtbarmachung innerer Prozesse und existenzieller Themen. Kreisläufe wie Entstehung und Verfall – analog zu den Stadien des menschlichen Lebens – durchziehen ihr Werk als wiederkehrende Motive. In diesen natürlichen Vorgängen findet Schobinger nicht nur Schönheit, sondern auch Tiefe, Reflexion und letztlich eine Form von universeller Wahrheit, die sie mit künstlerischen Mitteln sichtbar macht.
In ihrer Fotografie Stillleben mit Krug thematisiert sie das Aufeinandertreffen zweier scheinbar voneinander getrennter Welten: der Natur und der Kultur. Der Krug in der unteren Bildhälfte fungiert als Sinnbild der Zivilisation – ein Artefakt menschlicher Gestaltung, der Versuch, das Wilde und Unkontrollierbare in eine Form zu bringen. Im Kontrast dazu steht die obere Bildhälfte, die von wuchernder, ungezügelter Pflanzenwelt geprägt ist und damit die Natur in ihrer ursprünglichen, freien Entfaltung zeigt. Diese Spannung zwischen organischem Wachstum und kultureller Formgebung verweist auf ein zentrales Thema unserer Zeit: die Beziehung des Menschen zur natürlichen Umwelt. Indem Schobinger die ungebändigte Pflanzenwelt durch ein Gefäss zähmt, schafft sie ein kraftvolles Bild für die Ordnung, die das Anthropozän dem Planeten aufzuzwingen versucht – mit all ihren Ambivalenzen, Herausforderungen und ethischen Fragen. Gleichzeitig arbeitet die Künstlerin mit klassischen Bildmotiven und verweist auf die lange Tradition des Stilllebens in der Kunstgeschichte. Doch ihre Bildsprache ist keine bloße Reproduktion – vielmehr transformiert sie bekannte Kompositionen in zeitgenössische Reflexionsräume. Sowohl die sinnliche, ästhetische und individuelle Ebene als auch die abstrakte, allgemeingültige Bedeutung der dargestellten Motive werden in ihrer Arbeit spürbar gemacht.
Sonja Maria Schobinger (*1970) beschäftigt sich seit ihrem 13. Lebensjahr mit der Pflanzenwelt, indem sie diese in Zeichnungen und Fotografien festhält. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Basel. Ihre Kunstwerke wurden auf verschiedenen internationalen Messen, darunter der Art Basel 2022, ausgestellt und sind Teil bedeutender privater Sammlungen, wie jener des Universitätsspitals Basel sowie der Hoffmann-La Roche-Kunstsammlung.

Renata Kaminska
- Bombo, 2023/ Coleo, 2023
- Holzdruck
- Auflage:7
- Blattgrösse: 99.7 x 69.9 cm
- Produktion: Tabor Presse, Berlin
Die Edition von Renata Kaminska zeigt den imposanten Abdruck eines afrikanischen Mahagoni-Wurzelstocks. Die ovale Form mit den feinen, haptisch erfahrbaren Furchen der Maserung ist in beiden Drucken identisch. Das Motiv erinnert an wissenschaftliche Mikroskopaufnahmen menschlicher Zellen und inszeniert die Wurzeln als innere Organe der Bäume. Die beiden Werke unterscheiden sich in ihren Titeln sowie in der Intensität der Farbe, die an den Farbton von Tropenholz angelehnt ist. Nach dem Druck des dunkleren Werks Bombo wurde jeweils mit der auf dem Druckstock verbliebenen Restfarbe das hellere Coleo erzeugt – als Begleiterscheinung, Schatten oder Echo.
Die Werktitel sind Abkürzungen von Fachbegriffen aus der Insektenkunde und spielen mit dem Gedanken an Nützlinge, die der Allgemeinheit dienen, sowie an Parasiten, die von der Vorleistung anderer profitieren. In ihrer vorwiegend skulpturalen und installativen Praxis legt Renata Kaminska großen Wert auf Materialität und Haptik. Anstatt mit traditionellen künstlerischen Werkstoffen Neues zu erschaffen, bedient sie sich des Vorhandenen, um sich mit den Spuren des Individuums und der Gesellschaft im öffentlichen Raum auseinanderzusetzen. Die Materialien, die sie wiederverwendet und möglichst roh belässt – wie Zeitungen oder Betonklötze –, sind zwar alltäglich, doch stets aufgeladen mit Geschichten des kollektiven Gedächtnisses.
Die für die vorliegende Edition verwendeten Mahagonistämme erwarb Kaminska in der Nähe ihres Berliner Wohnorts. Die über 100 Jahre alten Edelholzstücke sind Relikte der deutschen Kolonialgeschichte: Aus afrikanischen Kolonien importiert, wurde das Holz zu Möbeln, Gebrauchsgegenständen oder Furnieren verarbeitet. Heute sind solch große Stämme, wie sie Kaminska in ihrer Kunst verwendet, eine Seltenheit.
Renata Kaminska studierte Bildende Kunst am Kunstinstitut der UMCS in Lublin (Polen) sowie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig, mit einem Gastsemester an der ZHdK in Zürich. Die Künstlerin nahm an verschiedenen internationalen Biennalen teil – etwa an der Aurora Biennial in Dallas (2015) und der Biennale von Venedig (2013) – und zeigte ihre Arbeiten kürzlich in einer Einzelausstellung in der Start Foundation in Warschau (2022). Ihre Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Haus des Papiers in Berlin, der Mobiliar in Bern, der Stadt Warschau sowie des BLMK in Frankfurt (Oder).

Kathrin Linkersdorff
- Wabi Sabi II/5, 2017
- Archival pigment print
- 38 x 38 cm
- Edition von 5
Kathrin Linkersdorffs faszinierende fotografische Arbeiten bewegen sich zwischen Kunst und Wissenschaft. Pflanzen oder Bakterien dienen in ihren Bildern zwar als visuelle Anhaltspunkte, doch geht es nicht allein um deren Darstellung. Jedes Bild ist eine sorgfältig ausgewählte, künstlerisch inszenierte Momentaufnahme eines organischen Verfallsprozesses.
Wie der Titel Wabi Sabi (2013–2018) bereits andeutet, bezieht sich die Künstlerin auf das gleichnamige japanische Konzept, das in der Vergänglichkeit des Lebendigen die wahre Schönheit erkennt. Das traditionelle ästhetische Ideal Wabi-Sabi besagt, dass Schönheit auf der Akzeptanz von Unvollkommenheit, Unvollständigkeit und Vergänglichkeit beruht. Für diese Fotoserie trocknete Linkersdorff verschiedene Blütenarten und hielt die verwelkenden Organismen in einem Moment fest, der noch ihre konzentrierte, natürliche Farbe und Form zeigt – kurz bevor der Verfall ihnen ihre ursprüngliche Anmut nimmt.
Ihre leuchtende, farbenfrohe Erscheinung verdanken die Blüten einem sorgfältig entwickelten Trocknungsprozess. Dieser Prozess, der in der Fotografie als Farbe und Kontur, Struktur und Tiefe dauerhaft sichtbar bleibt, hat real im Atelier stattgefunden. Die Blume existiert ebenso wie die Farbe oder die Tiefe. Alle Fotografien entstehen ausschließlich bei Tageslicht. Die Blüte verschwindet nicht in einem substanzlosen, künstlich eingefügten schwarzen Hintergrund, sondern taucht – sowohl real als auch optisch – in eine greifbare Dunkelheit ein. Das Ergebnis ist ein besonders gesättigtes Schwarz. Die Umsetzung im Druck erfolgt als Dye Transfer Print oder als Archival Pigment Print auf speziellen Baumwollpapieren und erfordert eine enge Zusammenarbeit mit den Drucklaboren.
Kathrin Linkersdorff (*1966) studierte Architektur und war zunächst mehrere Jahre als Architektin tätig. Über ein DAAD-Stipendium erhielt sie die Möglichkeit zu einem zweijährigen Studienaufenthalt in Tokio. Nach ihrer Rückkehr verlagerte sich ihr Fokus auf Fotografie und Tuschmalerei. Von 2006 bis 2007 studierte sie Fotografie an der Schule für Fotografie am Schiffbauerdamm in Berlin bei Robert Lyons und schloss dort ihr Studium ab. Ihre Werke wurden in Berlin, London, Paris, Miami und New York ausgestellt und befinden sich unter anderem in der ständigen Sammlung des Philadelphia Museum of Art. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.


Jean Baier
- Serigraphie 2, 1993/ Serigraphie 3, 1993
- Auflage: 100
- Blattgrösse: 56.50 x 75.50 cm
- Produktion: Hùrdega, Locarno
Jean Baiers Schaffen ist geprägt von strenger Klarheit, kantigen Linien und einer bewusst reduzierten Farbpalette. Mit seinen Gemälden, Grafiken, Objekten, Skulpturen sowie Fassaden- und Bühnengestaltungen leistete er einen bedeutenden Beitrag zur Schweizer konkreten Kunst. Zahlreiche seiner Werke wurden in die Architektur integriert – insbesondere in Genf, Zürich und St. Gallen.
Sein Werk steht in der Tradition des Neoplastizismus: Ausgehend von radikaler Vereinfachung entwickelt es eine zunehmende Komplexität, wenn reine Formen und Primärfarben in flächigen Kompositionen aufeinandertreffen. Unterstützt durch die Technik der Serigraphie untersuchte Baier paradoxerweise die Wirkung von Tiefe – und ging schliesslich vom virtuellen Relief, angedeutet durch die Abfolge schräger Elemente, zum realen Relief über, das sich plastisch im Raum entfaltet.
Von Beginn an verliess Baier die gängigen Bildformate und bevorzugte gestreckte Rechtecke oder quadratische Punktsetzungen. Seine Reliefs sind jedoch nicht bloß malerische Extrapolationen – auch in der Theaterwelt setzte er Massstäbe. Über 25 Jahre hinweg entwarf er zehn Bühnenbilder für das Pocket Theatre in Genf, stets mit derselben formalen Sprache, jedoch offen für die variantenreiche Permutation der Elemente, die sein Repertoire stetig erweiterte.
Jean Baier (1932–1999) war Autodidakt. Bereits mit 19 Jahren prägte ihn eine Konferenz Fernand Légers über architektonische Polychromie – ein Schlüsselmoment für seine künstlerische Laufbahn. Er erhielt dreimal das Eidgenössische Kunststipendium (1958, 1960, 1962). Zu seinen Einzelausstellungen zählen u. a. das Kunstmuseum St. Gallen (1963), das Museum zu Allerheiligen Schaffhausen (1968), das Musée de l’Athénée in Genf (1975) sowie die Kunsthalle Winterthur (1983).

Hans Peter Hofmann
- L-16-05
- 2005
- Lithografie
- Auflage: 70
- Bildgrösse: 68,00 x 98,00 cm
- Blattgrösse: 68,00 x 98,00 cm
- Produktion: Urban Stoob, St. Gallen
Eine organische Struktur aus Kreisformen, die sich durch Verdichtung und Ausdehnung miteinander verweben, bedeckt ohne Zentrum und Rand die gesamte Bildfläche. Sie erinnert an eine vergrösserte Mikroskopie eines Zellschnitts oder organischen Gewebes. Hofmanns Kunst verbindet – basierend auf seinen früheren Erfahrungen in der Pharmaforschung – ein naturwissenschaftliches Interesse mit einer ästhetischen Auseinandersetzung mit der Malerei.
Das Bild L-16-05 fasziniert besonders durch das Spiel mit der metallischen, glänzenden Oberfläche, die je nach Lichtreflexion und Blickwinkel des Betrachtenden abwechselnd plastisch oder flach wirkt.
Hofmanns künstlerisches Schaffen widmet sich vor allem dem menschlichen kognitiven Vermögen und optischen Wahrnehmungsmustern. Seine Werke zeigen häufig vergrößerte, schwebende und ineinanderfliessende organische Strukturen, die innerlich verborgen und für das bloße Auge nicht sichtbar sind. Auch sein empirisches Vorgehen und das Bestreben, durch den malerischen Prozess zu Erkenntnissen zu gelangen und eine Art Grundlagenforschung zu betreiben, verbinden seine frühere Tätigkeit mit der Malerei. Der Künstler untersucht die Eigenheiten der Malerei, ihrer Farben und Materialien sowie die Bedeutung des Lichts.
Hans Peter Hofmann (*1960) lebt und arbeitet in Basel. Er nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, darunter Supercritical Fluids im Kunsthaus Glarus (2003) und Stoked im Kunstverein Freiburg (2004), sowie an internationalen Biennalen und Messen wie der Beijing Biennale (2009), Art Basel/Miami Beach (2009) und Art Basel (2005, 2008). Seine Arbeiten sind in Sammlungen weltweit vertreten, darunter im Kunsthaus Graz (Österreich), der Villa Arson in Nizza (Frankreich), dem Kunstverein Freiburg (Deutschland), dem Kunsthaus Glarus (Schweiz), dem Museum Franz Gertsch in Burgdorf (Schweiz) sowie im Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz.

Hengki Koentjoro
- Liquid Garden
- Auflage: 100
- 60 x 88 cm
Die Fotografie von Hengki Koentjoro geht weit über das perfekte Spiel von Licht und Schatten in Schwarz-Weiß hinaus. Inspiriert von seinem großen Vorbild Ansel Adams und dessen meisterhaft komponierten Natur- und Landschaftsaufnahmen, erforscht Koentjoro die Grenzen von Licht und Dunkelheit. Seine Arbeiten zeichnen sich durch minimalistische Kompositionen und subtile Tonwertabstufungen aus. Der in Jakarta lebende Künstler findet seine innere Ruhe vor allem im Meer und in der Natur – fernab des hektischen Stadtlebens.
Die im Werk Liquid Garden dargestellte außergewöhnliche Artenvielfalt der Unterwasserwelt entfaltet eine surreale Atmosphäre. Dabei geht es Koentjoro weniger um die realistische Abbildung dieser Welt, sondern vielmehr um das subjektive Erleben – um das Eintauchen in den natürlichen Rhythmus des Meeres. In seinen Schwarz-Weiß-Fotografien wird die Träumerei in der Natur lebendig. Trotz ihrer klaren, reduzierten Bildsprache bewahren die Werke eine poetische Ehrfurcht vor der Schönheit des Unspektakulären.
„Die Fotografie kann niemals von den Aspekten getrennt werden, die gewöhnliche Dinge ungewöhnlich machen, das Unerwartete willkommen heißen, uns der Freude an der Fotografie hinzugeben und sie zu umarmen“, sagte Koentjoro in einem Interview 2013.
Hengki Koentjoro (*1963 in Semarang, Zentraljava, Indonesien) absolvierte seine Ausbildung am Brooks Institute of Photography in Santa Barbara, Kalifornien – eine Entdeckungsreise, die ihn in die professionelle Welt der Videoproduktion und Kunstfotografie führte. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Jakarta als freiberuflicher Videofilmer und Editor nieder, mit einem Schwerpunkt auf Naturdokumentationen und Unternehmensporträts.
Sein fotografisches Werk wurde vielfach international ausgezeichnet – unter anderem mit dem ersten Preis bei der PX3 Paris Photo Competition (2015), den Worldwide Photography Gala Awards (2013), den IPA Photography Awards (2014), den Black and White Spider Awards (2013), den Moscow International Foto Awards (MIFA, 2014) sowie der Ehrung als Hasselblad Master (2014).

Cécile Wick
- Heliogravüre/Aquatinta
- Auflage: 25
- Bildgrösse: 27,00 x 37,00 cm
- Blattgrösse: 71,00 x 52,00 cm
- Produktion: Arno Hassler, Moutier
Die Fotografie von Cécile Wick ist durch ihre analoge Sensibilität gekennzeichnet. Indem sie mit verschiedenen älteren fotografischen Techniken wie Grafik, Heliogravüre und Tintenstrahldruck experimentiert, erkundet sie vielfältige Möglichkeiten des fotografischen Ausdrucks. Ihre in einer komplexen Heliogravürtechnik hergestellten Landschaftsserien verstärken durch die außergewöhnliche Farbgebung den Eindruck und den Charakter der analogen Fotografie.
Diese Seelandschaft ist Teil einer fünfteiligen Serie farbiger Heliogravüren, die auf einer Reise entstanden ist. Jedes Motiv erhält durch die Umsetzung eine spezifische Farbigkeit und vermittelt somit eine eigene Stimmung: Blütenzweige, die sich im Wasser spiegeln, eine Pfingstrose, ein Pfau, eine Wohnsiedlung, ein Bergsee. Als Serie vermitteln sie eine besondere Atmosphäre des In-der-Welt-Seins – Momente, Augenblicke, Orte, die weder zeitlich noch geografisch eindeutig einzuordnen sind. Es sind zart eingefärbte Erinnerungs- und Denkstücke, wunderbare malerische Eindrücke, weder fern noch nah.
Cécile Wick (*1954) ist Künstlerin und Fotografin und war bis 2015 Professorin an der Zürcher Hochschule der Künste. Von 1974 bis 1978 studierte sie Kunstgeschichte, Literatur und Theater an den Universitäten Zürich und Paris. Seit 1980 stellt sie regelmäßig im In- und Ausland aus. Schwerpunkte ihrer Arbeiten sind Zeichnungen, Fotografie und Druckgrafik. Im öffentlichen Raum hat sie auch Kunst-am-Bau-Projekte realisiert. Ihr künstlerisches Schaffen ist in mehreren Büchern und Katalogen dokumentiert. Verschiedene Werkbeiträge, Lehraufträge und Stipendien ermöglichten längere Studienaufenthalte in New York, Paris, Rom, Venedig, Bukarest und Kairo. 2003 erhielt sie den Kunstpreis des Kantons Zürich. Sie lebt und arbeitet in Zürich.

Vicky Kim
- "Black & Blue &", 2025
- Siebdruck auf Papier
- Monotypie
- 58 x 78 cm
- SEK # 333
Vicky Kim verbrachte ihre prägenden Jahre mit dem Studium des Tanzes, bevor sie sich der Welt der visuellen Künste zuwandte – ein Umstand, der möglicherweise erklärt, warum performative Bewegung und körperliche Präsenz zentrale Elemente ihrer künstlerischen Praxis sind. Körperliche Spuren im Raum bilden das Hauptmaterial ihres Schaffens, wobei die kritische Auseinandersetzung mit der Repräsentation des Körpers im historischen und geografischen Kontext im Mittelpunkt steht.
In ihren Arbeiten untersucht Kim, wie der Körper zur Funktion von Bildern wird – zu dem, was wir durch ihn und über ihn produzieren. Für Black & Blue & (2025) liess sie sich von ihrer fortlaufenden Serie Finger Bowl Thumb Nail (Fingerschale Daumennagel) inspirieren: eine Sammlung alltäglicher Finger-„Gemälde“ oder Kritzeleien, spontan mit Tinte auf Zeichenfolie ausgeführt und bisher als Siebdrucke auf Papier umgesetzt. Diese Werke oszillieren zwischen „hohen“ und „niedrigen“ kulturellen Formen – von Kinderzeichnungen über naive Kunst bis hin zum abstrakten Expressionismus – und hinterfragen das Klischee der Geste, indem sie durch Reproduktion und bewusste Verflachung eine Distanz zum ursprünglichen „Ausdruck“ schaffen. Gleichzeitig fordern sie das Publikum auf, über das, was übermittelt wird, nachzudenken: Ist es eine Landschaft, ein Gruß – oder vielleicht etwas Vulgäres?
Spritzer, Flecken, Überlagerungen und Verschmierungen besitzen ein bemerkenswertes emotionales Potenzial – ein Potenzial, dem seit der Moderne häufig eine Aura des Authentischen oder Direkt-Expressiven zugeschrieben wird. In Anspielung auf die Ambivalenz zwischen künstlerischem Ausdruck und alltäglicher Gebrauchsspur reflektiert Vicky Kim die Beziehung zwischen dem Akt der Produktion und dem daraus resultierenden visuellen Effekt.
Kim erwarb 2002 ihren B.A. in Bildender Kunst am Goldsmiths College, University of London, und 2006 ihren M.F.A. in Bildender Kunst an der Columbia University, New York. Zu ihren Einzelausstellungen zählen Under the Coral-like Blue Concrete, Gallery Factory, Seoul, 2010; Kaput, Gallery Choson, Seoul, 2024; sowie Kapot Van, The Transformation Gallery, London, 2025. 2009 war sie Stipendiatin des International Artist's Studio Program am National Museum of Contemporary Art in Seoul, Südkorea, und erhielt 2018 ein Produktionsstipendium für die 4. Kunming Biennale am Yunnan Art Museum in Kunming, China.