Häufig gestellte Fragen und unsere Antworten

Die häufig gestellten Fragen sind in folgende Kategorien unterteilt:

Abhängigkeit


Was kann man tun?

Einen Partner oder eine Partnerin, einen Menschen der einem nahe steht zu haben, der ein Alkoholproblem hat, ist eine schwere Belastung. Auch wenn der Betroffene selbst keine Hilfe annehmen will, sollten sich die Bezugspersonen selbst Unterstützung holen. Solche Hilfe gibt unter dem Link Anlaufstellen. Auch Jugendberatungsstellen der Gemeinde oder Contact-Beratungsstellen bieten Beratungen an. Die Fachleute können Wege herausfinden, wie sich Angehörige, Freunde usw. schützen, wie sie mit dem/der Betroffenen reden können oder wie er/sie vielleicht sogar dazu zu bringen ist, gemeinsam eine Beratung aufzusuchen.


Wie hoch sind die Erfolgsquoten von Suchttherapien?

Alkoholabhängigkeit ist eine Rückfallkrankheit, bei der nicht bloss die lebenslange Abstinenz als Therapieerfolg gelten darf. Ein verminderter Konsum oder die Fähigkeit, einen Rückfall frühzeitig zu stoppen sowie verbesserte Lebensbedingungen und eine verbesserte physische und psychische Gesundheit dürfen ebenso als Forschritte bewertet werden. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass jemand sein geändertes Verhalten dann beibehält, wenn er es als sinnvoll erlebt und Vorteile davon hat, von Aussen unterstützt wird und in stabilen Umständen lebt. Deshalb sind die sozialen und beruflichen Situationen für einen Therapieerfolg von grosser Bedeutung. Auch die regelmässige Nachsorge bei einer ambulanten Suchtberatungsstelle kann entscheidend für eine stabile Situation sein.


Kann ein ehemals Alkoholabhängiger auch kontrolliert Trinken?

Oft wird behauptet, dass ein ehemals Alkoholabhängiger nicht zu einem normalen Trinkmuster zurückkehren könne. In dieser Radikalität ist diese Behauptung nachweislich falsch. Sowohl versorgungspolitische Gesichtspunkte (Erreichen auch der Patientengruppe, die - begrenzt - weiter trinken will) als auch therapeutische Argumente (hauptsächlich von der betroffenen Person selbst festgelegte Ziele werden von ihr auch erreicht) sprechen dafür, das Modell des Kontrollierten Trinkens zu kennen und anzuwenden. Dieses ist in vielen Suchtfachstellen schon seit Jahren verankert. Die Beratung und Begleitung sollte über einen längeren Zeitraum gehen, es existieren sowohl ambulante Einzel- als auch Gruppenprogramme.


Hört das Verlangen nach Alkohol nie auf?

Veränderungen geschehen gewöhnlich in drei Schritten: 1. Änderung des Denkens / 2. Änderung des Handelns / 3. Änderung des Gefühls. Nach dem Entschluss zur Abstinenz und noch sehr lange nach dessen Umsetzung bleibt also das Gefühl zurück, dass mit dem Verzicht auf Alkohol etwas fehlt. Es gilt also auch nach monate- und jahrelanger Abstinenz, bei einem Verlangen nach dem Suchtmittel die eingeübten Kontrollmechanismen nicht zu vernachlässigen.

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